| „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt
mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter
und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: Der
gestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.“
- Immanuel Kant
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Die moderne Astronomie mit ihren imposanten Forschungsergebnissen,
welche u.a. mit Hilfe der Raumfahrt gewonnen werden, ist in das Zentrum
des gesellschaftlichen Interesses an den Naturwissenschaften gerückt.
Maßgebend dafür sind vor allem eine Vielzahl neuer Erkenntnisse
über Objekte des Sonnensystems, der erste Nachweis von Planeten außerhalb
unseres Sonnensystems und exotische Objekte wie Neutronensterne, Quasare
und Schwarze Löcher sowie die Röntgen- und Gamma-Astronomie.
Die entscheidenden Durchbrüche der modernen Physik (Relativitätstheorie,
Quantentheorie, Atomphysik, Elementarteilchenphysik) wären ohne die
enge Verflechtung zwischen Physik und Astronomie nicht denkbar.
Die Erkenntnisse der modernen Astronomie sind aber nicht nur von rein
wissenschaftlichem Interesse, sondern darüber hinaus unverzichtbar
für die Gestaltung eines modernen Weltbildes und für eine zeitgemäße
Sicht der Stellung des Menschen als Teil des Kosmos. Die wachsende Bedeutung
der heutigen Astronomie kann als ein Grund dafür genannt werden,
mehr als bisher astronomisches Wissen an den Schulen zu vermitteln. Aber
in seltsamem Gegensatz zu der zentralen Stellung, die die Astronomie heute
im Kanon aller wissenschaftlichen Disziplinen einnimmt, steht die geringe
Vermittlung astronomischen Wissens im Unterricht unserer allgemeinbildenden
Schulen. Eine festere Verankerung der Astronomie in den neuen Physik-Lehrplänen
der gymnasialen Oberstufe von NRW ist ebenso nicht erfolgt.
Die Aufdeckung kosmischer Phänomene ist seit frühester Zeit
eines der großartigsten Abenteuer und ehrgeizigsten Unternehmen
der Menschheit. Rückblickend entdeckten bereits vor mehreren Jahrtausenden
Menschen auf dieser Erde mit bloßem Auge die regelmäßige
Aufeinanderfolge von Tag und Nacht, von Sommer und Winter, von Vollmond
und Neumond. Bauwerke und schriftliche Überlieferungen der Ägypter,
Babylonier, Griechen, Inkas und anderer früherer Völker zeugen
von beachtlichen astronomischen Kenntnissen, die nicht nur das tägliche
Leben (man denke nur an den Kalender), sondern auch das Weltbild dieser
Menschen entscheidend beeinflussten. Die meisten alten Kulturvölker
betrieben die Lehre von den Sternen noch nicht im Sinne einer wissenschaftlichen
Disziplin, vielmehr waren praktische und vor allem religiöse Gründe
für ihre Himmelserkundungen ausschlaggebend. Aber wie die Menschen
damals interessieren wir uns auch heute noch für die Phänomene
am „Himmel“, weil sie mit der Frage nach der Stellung des
Menschen im Kosmos eng zusammenhängen.
Aus dem ursprünglich engen Interessenbereich der alten Kulturvölker
ist das weite Forschungsfeld der gegenwärtigen Astronomie und Astrophysik
geworden. Zwar haben sich die Inhalte der Fragen nach der Identität
der Welt im Laufe der Jahrtausende gewandelt, die Anzahl der Fragen ist
aber keineswegs gesunken, eher noch gestiegen. Die Astronomie hat ihre
Faszination bis heute nicht verloren.
Um Schülern einen tieferen Einblick in die Faszination der Astronomie
zu geben, wurde am Carl-Fuhlrott-Gymnasium im Jahre 2000 die Astronomie-AG
gegründet, die seitdem in nahezu unveränderter Besetzung Projekte
und Unterricht zur Astronomie durchführt.
Michael Winkhaus
Welchen Themen widmeten sich die Schüler der „Astro-AG“
bisher ?
- „Der Stern von Bethlehem“ aus
der Sicht der Astronomie: In einer Präsentation für
die Schulöffentlichkeit wurden drei Deutungsmöglichkeiten
nachgegangen:
- War der Stern von Bethlehem ein Komet, da Kometen schon seit Urzeiten
als Unglücksboten, aber auch als Zeichen der Geburt von Königen
galten ?
- War der Stern von Bethlehem eine Supernova (also ein explodierender
Stern) ?
- War der Stern von Bethlehem eine große Konjunktion (also
ein Zusammentreffen) der beiden Riesenplaneten Jupiter (der „Königs“planet
von Babylon) und Saturn (als „Stern der Juden“ verehrt)
im Sternbild der Fische (das astrogeographisch dem Gebiete Palästinas
entspricht) ?
- Beobachtung einer totalen Mondfinsternis
an der Sternwarte Erkrath-Hochdahl, wo die Astro-AG folgenden Aufnahmen
gemacht hat:
- Bau und Installation eines maßstabsgerechten
Modells unseres Sonnensystems, das seitdem an der Decke des PZ
hängt und eine Vorstellung von den Dimensionen unseres Sonnensystems
und seiner Planeten vermittelt. Die recht unhandlichen Modellplaneten
wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Cronenberg aufgehängt.
- Erstellung einer laufenden Ausstellung zu den
Planeten unseres Sonnensystems, in der auch eine Übersicht
über die wichtigsten Raumfahrt-Missionen zu den einzelnen Planeten
gegeben wird.
Diese Ausstellung kann jederzeit auf dem Balkon der zweiten Etage unseres
Schulgebäudes besucht werden.
- Thema „Raumfahrt“: Durchgeführt
wurde eine ausführliche Unterrichtsreihe über aktuelle Raumfahrtmissionen
und eine Exkursion zur größten deutschen Raumfahrt-Ausstellung
nach Oberhausen. Recht ausführlich wurde der Frage nachgegangen,
ob die Apollo-Missionen zum Mond eventuell eine grandiose Fälschung
(aufgenommen in amerikanischen Filmstudios) gewesen sein könnte,
wie zunehmend in der Presse und im Fernsehen behauptet wird.
- Planung und Durchführung der Beobachtung
des Merkur-Transits durch die Sonnenscheibe am 7.Mai 2003. Anlässlich
dieses seltenen Himmelsereignisses wurden etliche Klassen und Kurse
des CFG zwischen 8.30 Uhr und 12.30 Uhr zu einer öffentlichen Beobachtung
auf unseren Westhof eingeladen. Dabei entstanden die folgenden Bilder:

AUS DEN CFG-NACHRICHTEN:
CFG-Nachrichten
Nr. 57 (November 2004)
Bürgermeisterempfang für Astronomie-AG des CFG
Am 30. September war die Astronomie-AG des CFG zu Gast beim Bürgermeister
in Herten. Die Einladung erfolgte, weil die Astro-AG zur „Nacht
der Industriekultur“ auf der Halde Hoheward in Herten unter der
Leitung von Michael Winkhaus und Burkard Steinrücken (Leiter der
Sternwarte Recklinghausen) ein Horizontobservatorium nach dem Vorbild
von Stonehenge aufbaute. Die dazu erforderlichen Messungen waren so genau,
dass der aktuelle Sonnenuntergang nur um ca. 0,5 Bogenminuten (!) verfehlt
wurde. Am CFG-Tag wird die Astro-AG dieses viel beachtete Projekt auch
der Schulöffentlichkeit vorstellen.
CFG-Nachrichten
Nr. 60 (Januar 2005)
Astro-AG hält Vortrag am Bochumer Planetarium
Verkehrte Welt im Bochumer Planetarium: Während üblicherweise
Wissenschaftler vor Schüler- oder Studentengruppen vortragen, war
es diesmal genau umgekehrt. Die Schüler der Astronomie-AG am CFG
hielten einen viel beachteten Vortrag über ihr Flatterbandhengeprojekt
vor Universitätsphysikern und Lehrern. Im Juli 2004 hatte die Astro-AG
unter der Leitung ihres Lehrers Michael Winkhaus aus Anlass der „Nacht
der Industriekultur“ auf der Halde Hoheward im Ruhrgebiet eine astronomisch
orientierte Kreisanlage aus Holzpflöcken und Flatterband gebaut,
die sich ideell an prähistorische Hengebauwerke (z.B. Stonehenge)
anlehnt.
CFG-Nachrichten
Nr. 61 (April 2005)
Astronomie-AG in Frankfurt und Bonn
Nun macht die Astronomie-AG des CFG unter Leitung von Michael
Winkhaus auch überregional auf sich aufmerksam. Im Februar standen
gleich zwei Fahrten an: Zu einem Vortrag über das „Flatterbandhenge-Projekt“
hatte das Institut für Didaktik der Physik der Universität Frankfurt
eingeladen und anlässlich einer astronomischen Lehrerfortbildung
am Astronomischen Institut der Universität Bonn referierte die Astro-AG
über ihr Teleskop-Praktikum an der größten deutschen Sternwarte
„Hoher List“, wo die AG eine ganze Woche lang Beobachtungszeit
bekommen hatte. In beiden Vorträgen beeindruckten die hervorragend
vorbereiteten Schüler ihre fachkundigen Zuhörer durch ihr sicheres
Auftreten und ihre enorme fachliche Kompetenz.
CFG-Nachrichten
Nr. 63 (Juli 2005)
Sensationeller Erfolg: Wichtiger
Astronomie-Preis für das CFG
Als erste AG einer Schule überhaupt
wird die Astronomie-AG des Carl-Fuhlrott-Gymnasiums und ihr Lehrer Michael
Winkhaus mit dem Samuel-Thomas-von Soemmering-Preis ausgezeichnet. Dieser
deutsche Astronomiepreis wird alle zwei Jahren vom „Deutschen Physikalischen
Verein“ in Frankfurt für hervorragende astronomische Arbeiten
vergeben. Die Astro-AG bekommt die Ehrung für ihr „Flatterbandhengeprojekt“
auf der Halde Hoheward, wo sie im Juli 2004 anlässlich der „Nacht
der Industriekultur“ ein Horizontalobservatorium nach dem Vorbild
von Stonehenge und Goseck nachgebaut hat.
Die Genauigkeit der dazu erforderlichen astronomischen Messungen lag im
Bogenminutenbereich, so dass die Sonne genau durch ein für den Bautag
aufgestelltes Sonnenloch unterging.
Der Soemmerring-Preis könnte nun auch als Initialzündung der
schon länger verfolgten Idee einer Schülersternwarte auf dem
Dach des Schulzentrum Süd dienen. Die jungen Astronomen verfolgen
hier nämlich den Plan, mehrere Teleskope auf Säulen innerhalb
kleiner Wetterhütten aufzustellen, damit man vom Dach aus jederzeit
mit einer Schülergruppe astronomische Beobachtungen durchführen
kann. Sponsoren für diese faszinierende Idee werden allerdings noch
gesucht.
CFG-Nachrichten
Nr. 75 (Oktober 2006)
Einweihung der CFG-Astronomiestation
Mit 500 Gästen ist der 1. Bauabschnitt unserer Schülersternwarte
im September eingeweiht worden. Die umfangreiche Berichterstattung in
den Medien (Zeitung, Rundfunk, Fernsehen) ist zugleich ein Beleg für
die öffentliche Bedeutung dieses Projektes. So hat in diesen Tagen
die renommierte Heraeus-Stiftung ihre schon angekündigte Spende von
10.000 Euro aktuell auf 20.000 Euro verdoppelt, um den innovativen Charakter
dieser neuartigen Konzeption einer Schülersternwarte mit mehreren
dezentralen Beobachtungsstationen zu unterstützen.
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