Carl-Fuhlrott-Gymnasium
  Schüleraustausch mit Jekaterinburg 2005

Uraler Herbst 2005 - Reiseeindrücke vom Schüleraustausch Wuppertal – Jekaterinburg 3. – 17. September 2005

Am Samstag, dem 3.9.2205 trafen sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer des diesjährigen Austausches um 7.00 Uhr im Flughafen Düsseldorf. Gut zwei Stunden später sollte unser Flugzeug nach St.Petersburg starten. Doch weit gefehlt So ver-brachten wir die Zeit dennoch in recht guter Laune auf dem Flughafen.
Erst gegen 12.00 Uhr flogen wir endlich los.
In St.Petersburg mussten wir planmäßig bis nach Mitternacht warten, bevor unser Nachtflug nach Jekaterinburg weiterging. Bei wunderbarem Herbstwetter verbrachten wir die Wartezeit neben dem Flughafen auf einer Wiese, zu der uns die Polizei geschickt hatte.
Es waren ruhige erholsame Stunden bei Sonnenschein und Fluglärm, der ankommenden und abfliegenden Flugzeuge; aber immer noch besser als im stickigen Inneren des Flughafens.


Hier der Bericht von Eric Mesenholl und Fabian Liebrecht:
Am Montag, dem 05.09., wurden wir, da dies unser erster Schultag am Gymnasium 37 war, von der Schulleiterin, Frau Ikon-nikova, und der stellvertretenden Schulleiterin für den Bereich Deutsch, Frau Dworjaninowa, persönlich begrüßt. Für jeden von uns lang auf dem Tisch ein Stadtplan von Jekaterinburg bereit.
Gegen 9.15 Uhr haben wir uns auf den Weg zum Gouverneurspalast von Jekaterinburg leider im strömenden Regen ge-macht. Ca. 10.00 Uhr kamen wir dort an und bemerkten, dass sehr strenge Sicherheitsvorkehrungen herrschen. Als wir unsere Rucksäcke abgegeben hatten, wurden wir angewiesen, grüne Überschuhe anzuziehen. Unsere Führung ging durch verschiede-ne Räume des Gouverneurspalastes, in denen hauptsächlich Skulpturen und Bilder über Europa und Asien zu sehen waren. Teilweise gab es auch Auszeichnungen, Broschen, Schwerter und Messer der Gouverneure, die im Laufe der Zeit dort wohn-ten. Ausnahmsweise sind wir in Räume geführt worden, die normalerweise, wenn der Gouverneur anwesend ist, geschlossen sind. Der Gouverneur entspricht einem Ministerpräsidenten eines Bundeslandes.
Unter diesen Räumen befand sich auch der Konferenzraum, in dem Vladimir Putin und Gerhard Schröder eine Konferenz gehalten haben.
Dann sind wir in die Empfangshalle mit einem überdimensionalen Kronleuchter geführt worden. Zu Weihnachten steht hier in der Mitte ein großer, schön geschmückter Tannenbaum und Waisenkinder werden vom Gouverneur persönlich begrüßt. Um 10.55 Uhr sind wir in der Saal gegangen, in dem Pressekonferenzen gegeben werden. Dann war die Führung leider schon zu Ende.
Nach der Besichtigung waren, sind wir auf das 78m hohe Gebäude „Antej“ gestiegen.
Von dort aus konnten wir Jekaterinburg von oben sehen.
Als wir gegen 13.30 Uhr an der Schule zurück waren, machten wir erst einmal 20 Minuten Pause, bevor wir danach zum Rus-sischunterricht gingen. Im Russischunterricht besprachen wir zuerst, was wir bei der Abschlussfeier vorführen wollten, danach bekamen wir das kyrillische Alphabet und versuchten unseren Namen inklusive Vatersnamen in Kyrillisch zu schreiben.

Fritz Freitag und Lauritz Linke berichten:
Am Tag der Fahrt zur Europa – Asien Grenze, am 6.9., fuhren wir wie immer mit unseren Austauschpartnern zur Schule. Die Partner gingen dann in den Unterricht und wir machten uns mit dem Reisebus auf den Weg zur Grenze. Auf halber Strecke hielten wir an, um uns eine Gedenkstätte anzusehen. An diesem Ort wurde bei Autobahnbauarbeiten die Gebeine von Menschen gefunden, die bei den „Säuberungsaktionen“ in der Stalinzeit ums Leben gekommen sind.
Wir fuhren weiter zur Grenze. An der Autobahn befand sich eine Auffahrt, die direkt zur Grenze führte. Sie wurde durch ei-nen großen, grauen Marmorstein gekennzeichnet. Auf dem Stein waren in silbernen Lettern die Wörter „Asien“ und „Europa“ auf Kyrillisch geschrieben, getrennt durch eine graue Linie.
Diese Grenze hat der Gouverneur des Urals neu anbringen lassen, nach dem Motto: die alte Grenze ist auch nur eine von Men-schen festgelegte Grenze, also kann man sie auch verschieben. Der Unterschied ist, dass die alte Grenze auf einem Bergkamm verläuft, also eine natürliche Grenze bildet, im Gegensatz zur „neuen“ Grenze! Dort tranken wir jeder ein achtel Glas Sekt – wie das so der Brauch ist – machten ein paar Fotos und fuhren dann zurück zur Schule, zum Mittagessen.

Halima Albert weiß über das Museum der Steine Folgendes zu berichten:
Während unserem zweiwöchigen Schüleraustausch in Jekaterinburg haben wir am Mittwoch, dem 7.9.2005, auch eine Stein-ausstellung besichtigt.
Die wertvollen Mineralien gehörten zur Privatsammlung eines Steinliebhabers, der sie für eine bestimmte Zeit gegen einen kleinen Eintritt der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte. Ca. 10% seiner über 70.000 Steine umfassende Sammlung sind nur in dieser Ausstellung zu sehen.
Viele der Sammelstücke kamen aus dem Ural, dem Gebirge in der Nähe von Jekaterinburg. Manche jedoch auch aus ganz anderen Teilen der Welt. Neben unterschiedlichsten Steinen wurden auch noch Dracheneier und Versteinerungen gezeigt.
Bei unserer Führung erfuhren wir einiges Interessantes, beispielsweise Theorien über die Herkunft ungewöhnlicher Namen. Ein Beispiel ist der „Adlerstein“: Alten Erzählungen nach wollten die Adlereltern ihre Küken mit jenem Stein füttern, weil sie ihn für Nahrung hielten. Anderen Erzählungen zufolge legte man früher den Babys diesen Stein in ihre Wiege, denn er garan-tierte dem Kind die Kräfte des Adlers.
Wir erfuhren viele informative und bemerkenswerte Hintergründe, die wir uns leider bei der Menge nicht alle merken konnten. Anschließend konnten wir in dem Museumsladen Steine, Schmuck und Fossilien als Andenken kaufen.

Über das Museum der bildenden Künste berichten Tina Keller und Denise Koester:
Am Donnerstag, dem 8.9., hatten wir einen richtigen Kunst- und Kulturtag.
Nach drei Stunden Eigenkreativität im Kunstunterricht in der Schule ging es zum Museum der bildenden Künste. Mit gemisch-ten Gefühlen und verschiedenen Erwartungen ließen wir uns ca. zwei Stunden durch die verschiedene Räume führen um ein bisschen die Geschichte der Kunst kennen zu lernen. Neben russischen Tabletts, ausgearbeitetem Schmuck mit den Steinen des Urals und vielen Gemälden widmete unsere Gruppe einen besondere Aufmerksamkeit der Gusseisenausstellung in einer extra dafür gebauten Halle. Der Höhepunkt war ein aus 3000 Einzelteilen gefertigter Pavillon mit vielen verschiedenen Einzelhei-ten/Besonderheiten. Dieser gilt für die Russen als sehr wertvoll und würde selbst in größter Not nicht verkauft werden. Natür-lich wurde uns Deutschen auch ein Platz in der Ausstellung gewidmet: Unsere Vertreter ist der gute alte ( gusseisene) Garten-zwerg. Das Besondere an der Gusseisenproduktion ist, dass heutzutage nur wenige Menschen diese Fähigkeit, Dinge aus Guss-eisen herzustellen, beherrschen, da die Skulpturen aus nur einem Guss hergestellt werden und somit die Formen genau ausge-arbeitet werden müssen.
Gesättigt von der Pracht der Künste kauften wir noch kleine Andenken für unsere daheim Gebliebenen und machten uns da-nach auf den Weg zurück zur Schule.

 

 

 

 

 

Einen Tag später am Freitag, dem 09. September 2005, waren wir, Carina Heinzel und Klara Kuhlmann und die anderen von 11-12 Uhr in das Rathaus eingeladen, und zwar von Frau Umnikowa, der Leiterin der Verwaltung für Bildungswesen der Stadt Jekaterinburg, und ihrer Stellvertreterin Frau Mesenzewa.
In einem Konferenzraum konnten wir Fragen über die Stadt Jekaterinburg stellen und somit hat Frau Umnikowa ausführlich über die mehr als vierzig Schulen, die Einwohner der Stadt und die Unterschiede zwischen Russland und Deutschland erzählt. Obwohl Frau Umnikowa nur Russisch gesprochen hat, war die begleitende Deutschkollegin Frau Dworjaninowa fast so etwas wie eine Dolmetscherin, so dass am Ende sogar nicht genug Zeit blieb um alle Fragen zu beantworten.
Zum Schluss wurden noch Gastgeschenke an Frau Umnikowa überreicht, aber auch wir haben jeder eine Anstecknadel und einen Kalender, bzw. Ansichtskarten von Jekaterinburg bekommen.
Dieser Empfang war für alle Beteiligten sehr informativ und aufschlussreich.

„Am Samstag, dem 9.9., trafen wir uns mit unseren Gastschwestern um neun Uhr vor der Schule beim Bus.“ So beginnt der Bericht von Sandra Lucht und Alina Wächter.
Von da aus fuhren wir zu einem Denkmal für die ersten Goldfunde im Jahre 1748 im Ural. Weiter ging die Fahrt bis zu einer langen Brücke, die über den Fluss Resch führt. Der Resch trennt den Ural von Sibirien. Hier stiegen wir aus, um über die Brücke zu Fuß Sibirien zu erreichen; am Ende der Brücke stiegen wir dann wieder in den Bus ein und fuhren weiter.
Nach insgesamt etwas über zwei Stunden Fahrt kamen wir in Koptelowo an.
Dort war es sehr schlammig und es sah sehr heruntergekommen aus aber irgendwie auch schön, aber das bemerkten die Meis-ten anfangs nicht, denn sowohl die russischen als auch die deutschen Lehrer und Schüler stürmten sofort auf die Toilette, die in einem kleinen Haus war. Wir waren erstaunt, denn diese waren weder überschwemmt noch stanken sie stark, außerdem hatten sie Klopapier und eine Spülung, was für öffentliche Toiletten in Russland sehr komfortabel war.
Dann wurden die russischen und deutschen Schüler getrennt und beide Gruppen bekamen jeweils eine interessante Führung in ihrer Muttersprache, d.h. bei uns mit einer Dolmetscherin. Wir waren z.B. an einer Quelle mit leckerem Wasser und in einem alten Haus, wo sich so manche die Köpfe stießen, das aber so erhalten wurde, wie es letzte Besitzerin hinterlassen hatte, als sie vor gut zwanzig Jahren starb. Dann gingen wir zurück zu dem Museum und machten eine kleine Kutschfahrt. Aber damit war der Tag noch nicht zuende, wir bekamen einen Volkstanz von sechs älteren Damen vorgeführt, der den meisten sehr gut gefiel. Die älteste Dame war immerhin schon 89 Jahre alt und sang zwei schöne Sololieder. Nachdem diese Vorführungen zu Ende waren, fuhren wir zu einer Kantine und nachdem wir dort gegessen hatten, fuhren wir wiederum zu dem kleinen Museum, wo uns eine Frau zeigte was die Bewohner des Dorfes dem Dorf hinterlassen hatten. Jedes dieser Dinge in Form von Gardinen, Trachten… hatte seine eigene kleine Geschichte.

Hier ist der Bericht von Anna Longrée und Franca Gleim, als wir im Filmstudio waren:
Heute am 12.9.05 waren wir im Filmstudio. In dem ersten Raum, wo wir waren, gab es Ritterkostüme, die an der Wand stan-den. Außerdem gab es viele Waffen, wie z. B. Speere und Schwerter. Es gab auch eine Streckbank und eine Guillotine. An der anderen Seite waren viele verschiedene Kameras. Dahinter war eine Art Raum aufgebaut. In diesem Raum haben wir dann versucht, eine Filmszene nachzuahmen. Danach sind wir in einen Raum gegangen, wo wir in eine Filmszene die Geräusche und den Text einfügen konnten. Das war sehr lustig.
Nach diesem Ereignis sind wir in einen Raum oder besser gesagt Gang gegangen, wo sich viele wunderbare und vielseitige Kostüme befanden. Jeder von uns durfte ein Kostüm anziehen. An diesem Tag haben wir viele interessante Dinge erfahren, so viele, dass man sie gar nicht alle erzählen kann.

 

Hier sollte eigentlich der Bericht von ... stehen. Nun sei‘s drum!
Der 13.9. führte uns mit dem Bus vor die Tore der Stadt in ein Waldgebiet, in dem das neu erbaute Kloster „Ganina Jama“ liegt.
Als die letzte Zarenfamilie ermordet worden war, überlegte man, wo man die Leichen verstecken konnte. Schließlich kam man auf die Idee, sie in einen ehemaligen Schacht einer Grube zu werfen. Einer, der dem Transport heimlich gefolgt war, gab sein Wissen später weiter. Aber erst in den neunziger Jahren, begann man Grabungen und fand schließlich die Knochenreste der Zarenfamilie.
Es dauerte sehr lange, bis man durch DNA-Analysen die Echtheit der Knochen bestätigen konnte. Dennoch zweifeln immer noch 30 Prozent der befragten Russen an der Echtheit der Knochenfunde. Sie sind der Meinung, dass Lenin oder später Stalin sie habe beseitigen lassen.
Schon lange vorher hat die russisch-orthodoxe Kirche die Zarenfamilie heilig gesprochen. Ihre Gebeine fanden in St. Peters-burg ihre letzte Ruhestätte. An der Fundstelle bei Jekaterinburg wurde ein Kloster errichtet und für jedes Mitglied der Zaren-familie eine eigene Kirche gebaut.

Auch hier sollten zwei Schülerinnen schreiben...
Das Abschlusstreffen am 14.9. in der Schule wurde von deutschen und russischen Schülern gemeinsam gestaltet. Die Eltern schmückten die Aula, stellten Speisen und Getränke zur Verfügung. Die Teilnehmer am Austauschprogramm zeigten Tänze, Sketsche, und Musikdarbietungen. Sogar die kleineren „Nachwuchskünstler“ zeigten ihr Können.
Eine sehr schöne Verabschiedung.

Vielen Dank und
„Auf Wiedersehen“ in 2006

 

 

Das Ende unseres Austausches bildete ein zweitägiger Aufenthalt in St. Petersburg. Eine Stadtrundfahrt und Weg zu Fuß gab uns einen ersten Eindruck von dem „Venedig des Nordens“. Man müsste länger bleiben.

 

Es waren dabei:
Halima Albert, Adina Böhm, Fritz Freitag, Franca Gleim, Monique Lemmer, Carina Heinzel, Tina Keller, Denise Koester,
Klara Kuhlmann, Fabian Liebrecht, Lauritz Linke, Anna Longrée, Sandra Lucht, Eric Mesenholl, Dalwina Scheltjanek, Vale-rie Strotkötter, Alina Wächter, Dr. Susanne Rosenpflanzer, Udo Gothsch

 

Weiterführende Links
Bericht vom Besuch der russischen Schüler 2004 in Wuppertal
„Uraler Herbst 2004“: Erlebnisbericht vom Austausch 2004
„Herbst im Ural“: Erlebnisbericht vom Austausch 2003
Schüler des CFG auf der deutsch-russischen Jugendkonferenz in Jekaterinburg
Schüleraustausch mit Lorient (F)
Schüleraustausch mit Edinburgh (Sco)

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