Betritt
man den Veranstaltungsraum des CFG, sieht alles noch ganz harmlos aus, rechts
vor der Bühne ist ein Klavier aufgestellt und in der Mitte eine dreistufige
Treppe.






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Die Zuschauer lassen sich zumeist
gelassen nieder und erwarten einen normalen Theaterabend (zumindest
diejenigen, die das Stück nicht gelesen haben!). Doch diese
Erwartung wird schnell zunichte gemacht, als die Gottheit Apoll
unvermittelt, fröhlich sächselnd durch den Zuschauerraum
marschiert, im Gefolge den Dichter des Stückes, der ihn mehr
oder minder zaghaft wieder hinter die Kulissen schiebt. Ein gelungener
und spritziger Auftakt für ein Stück, welches trotz der
außergewöhnlich langen Spielzeit von zwei ein Viertel
Stunden einfach nicht langweilig wird.
Als der Epilog nun auch noch die Zuschauer nach Hause schickt,
ist endgültig klar, dass es sich um einen Theaterabend der
besonderen Art handelt. Öffnet sich nun der Vorhang zum ersten
Mal, springt der Narr Skaramuz in lustigen und bizarren Bewegungen
über die Bühne, springt sogar auf den Rücken des
Dichters um lautstark die Rolle des Apollo einzufordern. Schon hier
am Anfang brilliert das Stück durch die Modernisierung des
Wortlautes, wobei besonders eine aktuelle Politisierung im Vordergrund
zu stehen scheint.
Durch die lauthalse Einmischung des Publikums, welches direkt in
das Theatergeschehen eingreift, indem es die Schauspieler z.B. mit
Tomaten bewirft, erhält das Stück eine unglaubliche Kurzweiligkeit,
welche aber dennoch nicht die tieferen Ideen des Stücke vergessen
läßt. Die Naivität Skaramuz in der Rolle des Apoll
wird besonders gut durch Requisiten, wie seine wechselnd bunten
Kronen und seinen treuen Begleiter, das Holzpferd Pegasus symbolisiert.
Der entflohene Gott Apoll, der dem Zuschauer schon aus der Anfangsszene
bekannt ist, hat sich auf einer Blumenwiese niedergelassen, auf
der er nun Schafe hütet. Gerade die Schlichtheit des Bühnenbildes
macht hier den Witz des Stückes aus, so besteht die Blumenwiese
des Apoll aus einem Tisch mit
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einem geblümten Bettlaken, wobei der Tisch bei Bedarf schnell
zum steinigen Thron Skaramuz umfunktioniert werden kann, indem ein anderes
Bettlaken übergeworfen wird. Dieser Ideenreichtum der Theatergruppe
findet sich auch während des ganzen Spiels wieder, wobei ein Höhepunkt
eindeutig die Szene der Familie Rabe ist, in der die Kinder Chantal und
Kevin ihren Eltern kräftig auf der Nase herumtanzen, auch hier ist
die Modernisierung aufs beste gelungen, denn schließlich holt man
sich heutzutage seine Erziehungsfinessen aus der Zeitschrift "Brigitte".
Besonders hervorgehoben werden müssen einige besonders kreative
Einfälle, wie z.B. der Techniker, der das Gewitter mit einer Spritzpistole
und einer Lampe bewaffnet laut trampelnd produziert oder das klingelnde
Handy des Schatzmeisters, der mitten im Stück von seiner Mutter angerufen
wird.
Zusammenfassend muss festgehalten werden, dass die Theatergruppe, und hiermit
ist jeder einzelner Spieler gemeint, das Stück spielerisch herausragend
gut gemeistert hat und gezeigt hat, dass das Stück doch spielbar ist.
Kathrin Ludwig
Wuppertaler Rundschau
Fotogalerie
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