Carl-Fuhlrott-Gymnasium
  Die Verkehrte Welt
Betritt man den Veranstaltungsraum des CFG, sieht alles noch ganz harmlos aus, rechts vor der Bühne ist ein Klavier aufgestellt und in der Mitte eine dreistufige Treppe.

Der sächselnde Apoll (Sebastian Schöbel)

Der poetologisch begabte Wirt (Ralph Oelzner) und seine romantische Tochter (Samira Hamzehian)

Betrunkene (David Klajo, Marilena Brück, Hanna Schürholt, Sebastian Schöbel) kurz vor ihrer Rekrutierung für den großen Krieg des Apoll

Der Fremde (Anne Bauer, rechts) findet seine verloren gegangene Geliebte, die Muse Melpomene (Antonia Blaseio, links) wieder

Der Bühnenmeister (Malte Fichtner) ruft ruft auf zum Widerstand gegen den Sieger Apoll, mit der Muse Thalia (Julia Schulz, links) und der Theaterdirektorin (Eva Kolat, rechts) sowie dem neuem Apoll (Anna Rauhaus)

Familie Rabe: Vater (Isabel Lipke), Sohn (Vivian Simm), Mutter (Ralph Oelzner)

Die Zuschauer lassen sich zumeist gelassen nieder und erwarten einen normalen Theaterabend (zumindest diejenigen, die das Stück nicht gelesen haben!). Doch diese Erwartung wird schnell zunichte gemacht, als die Gottheit Apoll unvermittelt, fröhlich sächselnd durch den Zuschauerraum marschiert, im Gefolge den Dichter des Stückes, der ihn mehr oder minder zaghaft wieder hinter die Kulissen schiebt. Ein gelungener und spritziger Auftakt für ein Stück, welches trotz der außergewöhnlich langen Spielzeit von zwei ein Viertel Stunden einfach nicht langweilig wird.

Als der Epilog nun auch noch die Zuschauer nach Hause schickt, ist endgültig klar, dass es sich um einen Theaterabend der besonderen Art handelt. Öffnet sich nun der Vorhang zum ersten Mal, springt der Narr Skaramuz in lustigen und bizarren Bewegungen über die Bühne, springt sogar auf den Rücken des Dichters um lautstark die Rolle des Apollo einzufordern. Schon hier am Anfang brilliert das Stück durch die Modernisierung des Wortlautes, wobei besonders eine aktuelle Politisierung im Vordergrund zu stehen scheint.

Durch die lauthalse Einmischung des Publikums, welches direkt in das Theatergeschehen eingreift, indem es die Schauspieler z.B. mit Tomaten bewirft, erhält das Stück eine unglaubliche Kurzweiligkeit, welche aber dennoch nicht die tieferen Ideen des Stücke vergessen läßt. Die Naivität Skaramuz in der Rolle des Apoll wird besonders gut durch Requisiten, wie seine wechselnd bunten Kronen und seinen treuen Begleiter, das Holzpferd Pegasus symbolisiert.

Der entflohene Gott Apoll, der dem Zuschauer schon aus der Anfangsszene bekannt ist, hat sich auf einer Blumenwiese niedergelassen, auf der er nun Schafe hütet. Gerade die Schlichtheit des Bühnenbildes macht hier den Witz des Stückes aus, so besteht die Blumenwiese des Apoll aus einem Tisch mit

Der Bühnenmeister (Malte Fichtner) im Kampf mit Technik und neuem Apoll (Anna Rauhaus)

Bei der Geburtstagsfeier des neuen Apoll: Bäcker (Isabel Lipke), Alte (Julia Schulz), Brauer (Jörn Kupferschmidt) und Teufel (Sebastian Schöbel)

Der Hofnarr (Birte Rüster) bei seiner Trennung vom Stück, seiner Frau  und der Rückkehr ins Publikum

Im Schullandheim in Freisheim bei Proben

Birte Rüster, Samira Hamzehian, Eva Kolat, Julia Schulz, Anna Rauhaus, David Klajo, Marilena Brück, Jörn Kupferschmidt, Sebastian Schöbel, Anne Bauer, Ralph Oelzner, Isabel Lipke, Malte Fichtner, Antonia Blaseio, Anika Münch, Hanna Schürholt, Vivian Simm (von links)

Der neue Apoll (Anna Rauhaus) entwickelt seine Ideen für das Stück zum Entsetzen des Poeten (Jörn Kupferschmidt)

einem geblümten Bettlaken, wobei der Tisch bei Bedarf schnell zum steinigen Thron Skaramuz umfunktioniert werden kann, indem ein anderes Bettlaken übergeworfen wird. Dieser Ideenreichtum der Theatergruppe findet sich auch während des ganzen Spiels wieder, wobei ein Höhepunkt eindeutig die Szene der Familie Rabe ist, in der die Kinder Chantal und Kevin ihren Eltern kräftig auf der Nase herumtanzen, auch hier ist die Modernisierung aufs beste gelungen, denn schließlich holt man sich heutzutage seine Erziehungsfinessen aus der Zeitschrift "Brigitte".

Besonders hervorgehoben werden müssen einige besonders kreative Einfälle, wie z.B. der Techniker, der das Gewitter mit einer Spritzpistole und einer Lampe bewaffnet laut trampelnd produziert oder das klingelnde Handy des Schatzmeisters, der mitten im Stück von seiner Mutter angerufen wird.

Zusammenfassend muss festgehalten werden, dass die Theatergruppe, und hiermit ist jeder einzelner Spieler gemeint, das Stück spielerisch herausragend gut gemeistert hat und gezeigt hat, dass das Stück doch spielbar ist.

Kathrin Ludwig
Wuppertaler Rundschau
Fotogalerie

Weiterführende Links
Fotogalerie zu "Die Verkehrte Welt"
Theater-AG "Spielraum"
Theater-AG der Erprobungsstufe
Arbeitsgemeinschaften
Pressespiegel
Pressearchiv

Nach oben
CFG Rückblick Pressearchiv